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Darmgesundheit

Darmsanierung: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig

Heute beschäftigt sich die Sendung service:gesundheit des Hessischen Fernsehens um 18 Uhr 50 mit dem Thema Darmgesundheit. Dr. med. Julia Kleinhenz hat als Expertin an der Sendung mitgewirkt. Alle Informationen zu Sendung finden Sie auf der Webseite von service:gesundheit

Anlässlich der Sendung gibt es viele Nachfragen zum Thema Darmgesundheit. Dr. med. Julia Kleinhenz hat einige Empfehlungen für Sie zusammengestellt: 

  • Heilerde Magen-Darm-Kur 

Für einen gesunden Menschen ist neben einer abwechslungsreichen Ernährung eine Kur mit Heilerde zur Darmreinigung und Beeinflussung des Mikrobioms (Gesamtheit der im Darm vorhandenen Keime) sinnvoll. Dabei werden bis zu dreimal täglich 6,5 g Heilerde (ein Meßlöffel oder ein Portionsbeutel) eingenommen. Üblicherweise geht die Kur über einen Zeitraum von sechs Wochen. 

Bei der Einnahme von Heilerde sind folgende Dinge zu beachten: 

Heilerde kann den Stuhlgang festigen, wenn nicht zeitgleich ausreichend Wasser zugeführt wird. Deshalb bietet sich bei einer vorsorglichen Einnahme an, die Heilerde zu Mahlzeiten einzunehmen oder jeweils mindesten 200 ml Wasser dazu zu trinken.

Heilerde darf nicht zeitgleich mit Medikamenten eingenommen werden, da diese dann möglicherweise von der Heilerde gebunden und unwirksam werden. Es empfiehlt sich ein Abstand von mindestens einer Stunde. 

Beispielpräparate: Luvos Heilerde Magenfein, Luvos Heilerde Imutox, Luvos Heilerde mikrofein, jeweils als Granulate oder Pulver

  • Präbiotika (Futter für Darmkeime)

Eine vorsorgliche Gabe von Präbiotika (Nahrungsmitteln für die Darmkeime) kann auch sinnvoll sein: 

z.B. Inulin (eine Oligofructose) aus der Chichoreewurzel. Dabei muss die Menge sehr langsam erhöht werden, um keine Blähungen hervorzurufen. Je mehr gute Darmkeime vorhanden sind, desto weniger Blähneigung gibt es bei der Einnahme von Inulin. Man beginnt also mit einem halben Teelöffel täglich und steigert erst, wenn die Menge gut vertragen wird.

Aber auch viele Gemüsesorten dienen unseren Darmkeimen als Ernährung und sollten deshalb regelmäßig gegessen werden. Einfache Regel: Wenn Sie nach der Essenszubereitung ein Brettchen und Messer abwaschen müssen, haben Sie gut gekocht. 

In vielen Nahrungsmitteln die sauer vergoren sind, finden sich verschiedenste Milchsäurebakterien in guter Kombination. Besonders empfehlenswert sind frisches Sauerkraut, probiotische Yogurts, Kefirsorten usw.

  • Probiotika (lebendige Darmkeime)

Eine vorsorgliche Gabe von Probiotika (lebendige Darmkeime) ist alleine nicht sinnvoll. Wie bei einem Garten voller Pflanzen werden die Keime nur schwer Platz zum Anwachsen finden. Umso wichtiger ist es bei einer Antibiotikagabe sofort wünschenswerte Darmkeime einzusetzen, damit diese sich ansiedeln können.

Bei schwer immunsupprimierten Menschen (z.B. unter Chemotherapie) sollte zunächst mit dem behandelnden Therapeuten geklärt werden, ob lebendige Darmkeime eingenommen werden dürfen.

Folgende Darmkeime haben sich in großen Studien bewährt:

E.coli Stamm Nissle 2017: Während des Balkankrieges 1917 fiel auf, das ein Soldat als einziger keine Durchfälle bekam. Der deutsche Forscher Nissle konnte aus dem Darm dieses Patienten ein Escherichia Bakterium isolieren, das auch bei anderen Menschen Durchfallerkrankungen lindern und verhindern konnte. Dieses wird seit mehr als 100 Jahren als Arzneimittel verkauft und hilft bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Während einer Antibiotikakur, sollte dieser Keim eingesetzt werden, um das Überwuchern anderer Keime zu verhindern. Beispielpräparat: Mutaflor

Lactobacillus Rhamnosus: Dieser gut untersuchte Keim hat neben einer Wirkung gegen Durchfälle auch bei Antibiotika in Studien gezeigt, dass sich Allergien lindern lassen und Hautsymptome zurückgehen. Beispielpräparat: Infekto-Diarrhoestop LGG

Lactobacillus acidophilus: Bei Durchfällen aber auch Darmträgheit. Beispielpräparat: Paidoflor

Saccaromyces boulardii: Ist eine Hefe, die vorbeugend gegen Reisedurchfälle und Durchfälle bei Antibiotikagabe erprobt wurde und sich bewährt hat. Beispielpräparate: Perenterol, Eubiol, Omniflora, Perocur 

  • Mischpräparate

Da viele Darmkeime sich gegenseitig unterstützen, gibt es eine Reihe von Präparaten, die mehrere Keime enthalten. Diese sind meistens als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und tragen oft im Namen das Wort ‘Probiotik’. 

Beisspielpräparat: Probiotik protect. Besteht aus 11 verschiedene Darmbakterien zur Verhinderung der Antibiotikaassoziierten Diarrhoe : Bifidobacterium animalis W53, Bifidobacterium bifidum W23, Bifidobacterium lactis W51, Bifidobacterium lactis W52, Enterococcus faecium W54, Lactobacillus acidophilus W55, Lactobacillus casei W56, Lactobacillus plantarum W21, Lactobacillus rhamnosus W71, Lactobacillus salivarius W24, Lactococcus lactis W58

Im Zentrum für präventive chinesische Medizin e.V. finden regelmäßig Kurse zum Thema Ernährung statt. In unserem Kalender finden Sie alle aktuellen Termine zum Herunterladen. 

Beachten Sie bitte auch das Buch Chinesische Diätetik – Medizin aus dem Kochtopf von Dr. med. Julia Kleinhenz. Es ist für 10€ zuzüglich 2,50€ Versandkostenpauschale in unserem Shop bestellbar. 

3 Gedanken zu „Darmgesundheit

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